Tag-Archiv | Stevia

Achtung! Stevia ist nicht gleich Stevia

Recht naiv dachte ich, dass die langersehnte Steviazulassung (Stevioglycosid) ein Schlag für die Zuckerindustrie und ihre Lobby sei. Tja, leider falsch gedacht, denn die Lebensindustrie ist clever und hat auch hier wieder ein Türchen gefunden, um uns Verbraucher zu täuschen. Es gibt Produkte auf denen groß Stevia deklariert ist, aber wer genauer hin schaut und die Inhaltsstoffe versteht, sieht, dass in Produkten wie Nevella Stevia zu etwa 3 % Stevia enthalten ist. Jetzt stellt sich die nächste Frage: Was ist der Rest? 97 % ist Maltodextrin. Uh, was ist das denn schon wieder? Maltodextrin ist reine Stärke und somit aus der Gruppe der Kohlenhydrate, also voller Kalorien und alles andere als „Low Carb“.

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Bananen-Shake mit Stevia

schon mal probiert mit Stevia zu süßen?

Bananen-Shake für 2 Personen

2 Bananen, reif

400 ml Bio-Milch

1 TL Stevia

Bananen schälen, in kleine Stücke schneiden, mit Milch im hohen Gefäß mit einem Pürierstab mixen. Stevia zugeben. Auf zwei Gläser verteilen. Fertig!

Bananen-Shake

Stevia – Kann man das essen?

Die meisten, die sich mit dem Thema „gesunder Ernährung“ beschäftigen, haben schon mal was von Stevia gehört, gelesen oder sogar schon ausprobiert. Aber was steckt wirklich hinter der Kraft, der kleinen Staude aus Paraguay? Hier will ich ihnen das Honigkraut mal vorstellen:

Stevia rebaudiana Bertoni, eine kleine Staude aus Paraguay, ist 300mal süßer als Zucker. Sie senkt nachweislich den Blutzuckerspiegel, hat kaum Kalorien, verhindert die Entstehung von Karies und bietet Diabetikern und Übergewichtigen eine Alternative zum Süßen von Speisen und Getränken. Der natürliche Süßstoff der Pflanze heißt Steviosid. In ihrem Herkunftsland seit Jahrhunderten konsumiert, von 150 Millionen Menschen verzehrt und in der Europäischen Union dagegen weitgehend unbekannt. Seit 1997 fiel Stevia einschließlich allen Extrakten in der EU unter die sogenannte „Novel-Food-Verordnung. Im November 2011 hat die EU-Kommission die Verarbeitung von Steviasüßstoffs Steviolglycosid in Lebensmitteln und Getränken erlaubt (erkennbar an der E-Nummer 960).

Geschichte und Botanik
Die in Paraguay heimische Pflanze, Stevia rebaudiana Bertoni, wird auch als Süßkraut, Süßblatt oder Honigkraut bezeichnet. Ihren Namen verdankt sie dem Schweizer Wissenschaftler Moises Giacomo Bertoni (1857 – 1929), der die Pflanze 1887 im Nordosten Paraguays entdeckte und sie schließlich 1899 als erster klassifizierte. Stevia rebaudiana ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Stevien (Stevia) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Seit Jahrhunderten wird sie dort von den Guarani Indianer, der Urbevölkerung, als Heilpflanze und zum Süßen von Speisen, sowie von Getränken genutzt.

Inhaltsstoffe der Stevia rebaudiana
Es gibt innerhalb der Familie der Kornblütler etwa 150 Steviaarten, süß schmeckt dagegen nur Stevia rebaudiana Bertoni. In ihren Blättern wurden über 100 pflanzliche Wirkstoffe entdeckt. Überwiegend gehören diese der Gruppe der Terpene und Flavonoide an. Die Bestandteile, die für das Süße der Stevia rebaudiana verantwortlich sind, liefern zehn Diterpeneglycoside. Eines ist das Steviosid, welches den Blättern der Pflanze eine etwa 300fache Süße der Saccharose (Haushaltszucker) verleiht.

Geschmackliche Eigenschaften der Inhaltsstoffe
Den süßen Geschmack der Steviapflanze liefer ihr die Diterpenglycoside. In erster Linie das Steviosid, welches geschmacklich dem Zucker ähnelt. Aufgrund des leicht bitteren Nachgeschmacks, schmeckt Stevia rebaudiana wie künstliche Süßstoffe. In hoher Konzentration erinnert der lakritzähnliche Geschmack an Süßholz. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Speisen und Getränke umso süßer schmecken, desto mehr Zucker wir beifügen. Das Süßen mit Stevia erfordert eine genaue Dosierung. Die süßschmeckende Intensität gelöster Diterpenglycoside steigt nicht wie Zucker linear an. Es stellt sich recht früh ein bitterer Nachgeschmack ein. Wenn die Speisen und Getränke bitter schmecken, ist der Grund hierfür eine „Überdosierung“.

Stevia rebaudiana – Vorteile gegenüber Zucker
Zucker wird von Ernährungswissenschaftlern auch weißes Gift genannt. Aber warum? Ernährungspsychologisch ist er ein leerer Energieträger ohne Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Er ist nicht nur ein Lebensmittel für kariesverursachende Bakterien, sondern weist eine reizende Wirkung auf die Magenschleimhaut auf. Durch einen täglich mehrfachen Konsum von Zucker ist unser Speisebrei für den Darm zu süß. Dadurch verschiebt sich das Darmmilieu und die Darmflora verändert sich. Weiterhin beeinträchtigt ein hoher Zuckerkonsum die Darmfunktion und gleichzeitig die Nährstoffaufnahme. Der menschliche Organismus wird schließlich nicht ausreichend versorgt, Mangelerscheinungen treten auf. Die Entgiftungsprozesse werden gestört, wodurch es zu Übersäuerung und Verschlackung des Körpers kommt.
Bei der Verstoffwechselung im Dünndarm wird Zucker in Glucose und Alkohol umgewandelt. Anschließend wird die Leber nahezu von Glucose überflutet, so dass sie diese an das Blut abgibt. Der Blutzuckerspiegel steigt relativ rasch an. Die Folge können Stoffwechselstörungen und Blutzuckerprobleme sein. Ist der Glucosegehalt für die Leber dauerhaft zu hoch, wandelt sie diese in Fettmoleküle um. Ergebnis ist eine Fettleber und Übergewicht. Aber auch die Unterzuckerung (Hypoglykämie) ist nicht unterzubewerten. Da der leichtverdauliche Zucker sofort in die Blutbahn geht und den Blutzuckerspiegel erhöht, produziert die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin. Da es sich bei Zucker um synthetische Kohlenhydrate handelt, die leicht löslich sind, schießt die Insulinproduktion unnötig übers Ziel hinaus. Anschließend sinkt der Zuckerspiegel dramatisch ab und es kommt zur Unterzuckerung mit Nervosität, Erschöpfung, Verwirrtheit, Schwindel, Depressionen, Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Hautausschlägen und Heißhunger.
Durch den Zuckerverzehr wird die Aktivität unserer Erythrozyten (weiße Blutkörperchen) herabgesetzt, was das Immunsystem schwächt. Zucker kann auch für Erkrankungen wie Hämorrhoiden, Hautunreinheiten, Depressionen und Erkrankungen der Nebennieren verantwortlich gemacht werden. Klinische Studien von Dr. Max Otto Bruker beweisen, dass Zucker auch Fettsucht, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Leberschäden, Nieren- und Gallensteine, Verhaltensstörungen, Akne, Colitis, Kinderlähmung und auch Krebs erzeugt. Denn nichts bringt Metastasen besser zum Wachsen als Zucker. Bei einer zuckerfreien Ernährung können die Krankheitsbilder zurückgebildet werden, solange noch keine Organe geschädigt sind. Zucker braucht zu seiner Verstoffwechselung Vitamine der B-Gruppe, welche für gute Nerven und ausgeglichene Stimmung wichtig sind, aber auch Kalzium. Der Kalziumentzug wirkt sich entmineralisierend auf Zähne und Knochen aus. Stevia rebaudiana enthält dagegen wertvolle Inhalts- und Mineralstoffe, wie Vitamine der B-Gruppe, sowie Kalzium, die vom menschlichen Körper ohne Kalorienbelastung verstoffwechselt werden. Aber auch viele weitere wertvolle Stoffe wie z.B. östrogenartige Flavonoide, die das Immunsystem stärken.

Diabetes mellitus – Stevia anstatt Zucker
Die Zuckerkrankheit – Diabetes mellitus – ist die häufigste und bedeutendste Stoffwechselkrankheit unserer Zeit. Völkergruppen, die keinen Zugang oder Kontakt zu raffinierten Kohlenhydraten (Haushaltszucker / Saccharose) haben, kennen das Problem der Diabetes kaum. Der Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch sind. Diese Stoffwechselstörung kann unterschiedliche Ursachen haben. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Typen der Diabetes mellitus.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
• Stevia ist für Diabetiker bestens geeignet,
• Stevia verstärkt Insulinproduktion und Insulinwirkung,
• Senkt den Blutzuckerspiegel,
• Süßstoff Steviosid ist 300mal süßer als Saccharose (Zucker),
• Kleine Mengen reichen, um Speisen und Getränke zu süßen,
• Stevia verursacht keine Insulinausschüttung und
• ist kalorienarm, d.h. ideal geeignet für eine Gewichtsreduktion.

Stevia enthält viele Nährstoffe, aber beinahe keine Kalorien. 100g Zucker dagegen über 400kcal. Somit eignet sich das Süßen mit Stevia für eine Reduktionskost. Zucker entzieht dem Organismus Nährstoffe, Stevia versorgt ihn. Da Stevia kein Zucker ist, schadet es weder den Zähnen, noch beeinflusst es negativ den Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus. Im Gegenteil: Stevia verstärkt die Insulinproduktion und die Insulinwirkung. Zucker dagegen hat einen gegenläufigen Effekt. Bei einer Übersäuerung bringt Stevia den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht, Zucker kann dagegen ein Verursacher einer Azidose sein. Zucker ist wie Alkohol, Tabak ein Genussmittel von dem der Organismus abhängig werden kann und deshalb auch immer mehr davon verlangt. Stevia minimiert diese Laster. Und schließlich ist Stevia rebaudiana ein natürliches Produkt, während Zucker sämtliche chemischen Prozesse durchlaufen muss.

Stevia