Veganer leben klimafreundlich

Wusstet ihr, dass die Fleischproduktion nachweislich einer der Hauptverursacher des Klimawandels ist? So verursacht die Produktion von einem Kilogramm Fleisch so viele Treibhausgasemissionen, wie eine Strecke mit einem Kleinwagen von ca. 250 km. Die WWF-Studie „Klimawandel auf dem Teller“ zeigt den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawirkung. Die wesentlichen Aussagen habe ich für euch zusammengefasst:

Es soll endlich mehr Bedeutung dem steigenden Fleischkonsum als Faktor im Kampf gegen den Klimawandel zugeschrieben werden, denn eins steht fest, wer sich in der Kantine statt für Schnitzel für die Pasta mit Tomatensoße entscheidet, betreibt aktiven Klimaschutz. Jeder Fleisch-Fan, Grillmeister und Schnitzelklopfer schreit auf und währt sich gegen ein vegetarisches Dasein. Aber keiner fordert doch ein Komplettverzieht auf Fleisch, denn wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf sein Fleisch verzichten würde, könnten im Jahr die Abgase von 75 Milliarden km, die vergleichbar mit einem Auto entstehen, eingespart werden (das sind etwa neun Millionen Tonnen Treibhausgase). Durch nur eine kleine Umstellung unserer Ernährung können wir also leicht Klimaschutz betreiben, unser Geldbeutel schonen und gesundheitsbewusster leben. Ein weiterer großer Verursacher von Treibhausgasen ist unser Umgang mit noch genießbaren Lebensmitteln. Viel zu leichtsinnig werden Lebensmittel in die Tonne geworfen. Jeder Deutsche wirft 80 kg Lebensmittel in den Mülleimer. Das sind weitere 40 Millionen Tonnen Treibhausgase, die vermeidbar sind. Unsere ganze Kette der Lebensmittelherstellung verursacht Treibhausgase, denn Lebensmittel werden angebaut, geerntet, transportiert, gelabert, veredelt, verkauft, gekühlt, gekocht etc. Bei allen diesen Schritten entstehen direkte Treibhausgase. Im Jahr 2010 hat jeder Bundesbürger durch seine Ernährung etwa 2.000 – 2.500 kg CO2-Äquivalente an direkten Treibhausgasen erzeugt.

Fleisch-klima

Direkte Emissionen in %

Doch etwa 70 % der gesamten direkten Treibhausgase unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen (Fleisch, Eier, Milch, Milchprodukte). Pro Kopf essen die Deutschen etwa 61 kg Fleisch im Jahr. In unserem Leben kommen wir da auf etwa vier Rinder, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Damit verspeisen wir heute vier Mal so viel Fleisch wie noch vor 60 Jahren (Fleischatlas 2013).

Die besten Klimaschützer sind die, die auf Fleisch und Milchprodukte verzichten. Aus dieser Ernährungsweise ergeben sich Treibhausgase vergleichbar einer Strecke mit dem Auto von 281 km pro Jahr bei ökologischen Lebensmittel, oder 629 km bei konventionellen.  (foodwatch).

In den USA werden jährlich mehr Tiere geschlachtet als die ganze Erde Einwohner hat. Wenn dort nur 10 % weniger tierisches Eiweiß gegessen werden würde, könnten bei einem Getreideanbau auf den frei werdenden Flächen mehr als 1 Milliarde Menschen ernährt werden. Doch gegenwärtig sterben weltweit täglich 38.000 Kinder an Unterernährung. Um 1 kg Fleisch herzustellen, wird etwa 16 kg Getreide oder Soja benötigt. Dabei gehen 90 % des Pflanzeneinweißes, 92 % der pflanzlichen Kohlehydrate und 100 % der Faser- und Ballaststoffe verloren. (http://www.uni-giessen.de/~gk1415/veg-leben.htm)

Direkte Emission in kg

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5 Kommentare zu “Veganer leben klimafreundlich

  1. Ich muss ja sagen, ich gehõr zu den Fleischessern, die es auch reichlich sinnlos finden, Unmengen Fleisch in sich reinzustopfen und ich ess lieber 1-3x pro Woche gutes Fleisch vom Metzger aus der Region als diesen abgepackten Mist aus dem Supermarkt – jaaa, man schmeckts!
    Auch deine Argumente find ich super, aber muss gleich wieder von Vegetarismus und Veganismus die Rede sein? Und dann auch noch in der Überschrift direkt Veganismus? Ich hab an sich kein Problem mit Menschen, die so leben wollen, im Gegenteil, einer meiner besten Freunde ist Vegetarier, aber dadurch klingt der Text gleich wieder wie ein Bekehrungsschreiben… Der Hinweis auf weniger Fleischkonsum, v.a. das Beispiel mit 1 fleischlosen Tag pro Woche, das hätte mir persönlich gereicht und eine automatische Abwehrhaltung verhindert, die immer aufkommt, wenn ich das Gefühl hab, jemand will mich (mit Scheinargumenten) als schlechten Mensch hinstellen, weil ich kein Problem damit habe, Fleisch zu essen 😉
    …und ich weiss, damit bin ich nicht alleine. Also ein bisschen weniger dick auftragen erzielt glaube ich mehr.

    • Hey,
      ja ich weiß was du meinst. Aber die Überschrift habe ich so gewählt, damit sich überhaupt jemand dem Thema widmet. „Weniger Fleisch essen“ hört sich jetzt nicht sooo spannend und provokant an. Der Inhalt des Artikels konzentriert sich auch auf den einen fleischlosen Tag. Ich glaube nämlich, dass den meisten der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Klimawandel nicht bewusst ist. Und vorallem nicht wie viel jeder einzelne von uns bewegen kann, wenn er nur etwas verzichtet. Die Veganer dagegen gehen viel bewusster mit dem Thema um. Ich fand die Zahlen persönlich sehr schockierend und musste sie mit der Welt da drausen teilen.

      VlG

  2. Hmm, schwieriges Thema. Ich persönlich halte nicht so viel von Fleisch, komplett darauf verzichten könnte ich aber wahrscheinlich auch nicht. Das mit dem Klimaschutz fand ich aber unglaublich interessant – hätte niemals gedacht, dass es sich um derartige Ausmaße handelt. Aber wenn ich mir deine Rezepte so ansehe: du lebst nicht vegan, oder?

    • Hallo Annika,

      ja mir würde ein Komplettverzicht auch schwer fallen, vor allem weil mein Mann so ein leidenschaftlicher Fleischesser ist. Aber ich achte sehr darauf, dass wir zu hause wenig Fleisch essen und wenn, dann „gutes“, sprich vom Markt, Metzger oder/und Bioqualität. Fleisch aus der Massentierhaltung geht nicht an mich! Die Umweltauswirkungen sind enorm und die wenigsten wissen das. Und wie viel jeder mit nur einem fleischlosem Tag bewirken kann.
      VlG

  3. Weniger Fleisch wäre wünschenswert in unserer Gesellschaft und es gibt viele Gründe dafür:
    – Gesundheit
    – Klima
    – Zerstörung von Urwald für den Anbau von Futter
    – Verseuchung von Grundwasser durch Fäkalien der Tiere
    – Multiresistente Keime aus der Massentierhaltung
    – Haltung von Tieren in Massentierhaltung ohne Rücksicht auf die echten Bedürfnisse der Tiere
    – Zerstörung unserer eigenen nicht industriellen Landwirtschaft durch Verdrängung
    – schlimme Zustände in vielen Großschlachthöfen
    – Konzentration der Fleischproduktion auf einige wenige Großkonzerne
    – …

    Leider stehen sehr viele Interessen gegen eine Reduzierung des Fleischverbrauchs, angefangen von denen der Industrie bis zu den Gewohnheiten, welche sich bei Verbrauchern etabliert haben. Und solange Fleisch auch oft noch billiger ist als Gemüse und auch von offizieller Seite nicht mal andere Empfehlungen ausgesprochen werden, sehe ich schwarz mit einem echten Rückgang des Fleischkonsums.
    Laut Tierschutzorganisationen soll der Konsum leicht zurückgegangen sein in den letzten Jahren. Welcher Trend da aber tatsächlich für verantwortlich ist, kann man schwer sagen. Waren es die Fleischskandale oder ist es ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein? Was die Zahl der Vegetarier als Teilaussteiger und der Veganer als Komplettaussteiger aus der normalen fleischlastigen Mischkost angeht, da kursieren mittlerweile Zahlen, die ich für komplett übertrieben halte. Vor zwei Jahren sprach man beim Vegetarierbund noch von 5 Millionen Vegetariern und 500.000 Veganern und im Oktober 2012 sollen es bereits 7 Millionen Vegetarier sein und 700.000 Veganer gewesen sein. Dieses Jahr las ich auch schon Zahlen von 8 Mio. und 800.000. (https://vebu.de/lifestyle/anzahl-der-vegetarierinnen)

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